Mitgliederportraits Mitgliederportrait: Nadine von Wyl und Michi Bühlmann

Mitgliederportrait:
Nadine von Wyl und Michi Bühlmann

 

Blitz und Donner begleiteten mich, als ich am Donnerstagabend nach Wallenschwil bei Muri fuhr. Das heisst so richtig gefahren bin ich eigentlich nicht, denn es hatte auch immer mal wieder Stau. Deshalb kam ich dann auch etwas zu spät an unseren Treffpunkt. Dafür waren Michi und Nadine bereits an der Arbeit mit den Pferden.

Michael Bühlmann (25) longierte konzentriert den einen Haflinger und Nadine von Wyl (25) ritt flott und sanft den Anderen. Das ich mich nun mit meinem offenen Schirm mitten ins Viereck stellte irritierte zuerst die Pferde schon ein wenig. Aber Nadine meinte nur: Bleib nur stehen, die sollen das gleich lernen. Noch zweimal schief angekuckt und «Al Mahady B» (5) und «Aquamarin» (6) stellten meinen Schirm nicht mehr in Frage. Hier kann man vielleicht anmerken: Sind eben Haflinger!! Nach getaner Arbeit hatte ich dann Gelegenheit die Zwei etwas zu befragen.

 

Wie seid Ihr eigentlich vom Pferdevirus angesteckt worden?

Nadine sei gleich neben einem Reitstall aufgewachsen und durfte mit 9 Jahren die ersten Erfahrungen im Voltigieren sammeln. Mit 11 Jahren kamen dann die Reitstunden dazu. Seid dem kann sie sich gar nicht vorstellen, nichts mit Pferden zu tun zu haben.

Michi hatte das Glück, dass sein Grossvater Pferde hatte, und so gehörte der Umgang mit den Tieren für ihn immer schon zum täglich Brot (ist also auch nicht erstaunlich, dass er heute als Hufschmied arbeitet).

 

Was macht Ihr mit den Pferden? Sport, Zucht, Freizeit?

Nadine reitet vor allem die Pferde regelmässig Dressur aber auch im Gelände. Ab und zu fährt sie auch gerne mal aus. Ihr Ziel ist es, die Pferde an Turnieren vorzustellen und zu zeigen was alles im Haflinger steckt.

Michis Leidenschaft ist vor allem das Fahren, «Marathon» kommt ihm sofort über die Lippen. Auch er ist immer wieder an einem Turnier anzutreffen, oder an der BEA in Bern, wo er im Showprogram zwei Haflinger zweispännig gefahren ist. 

Nadine und Michi werden die Pferde vom Haflingerzentrum zur Verfügung gestellt. Sie trainieren junge Pferde oder fahren auch schon mal einen Neuling ein. Sie haben grossen Spass daran und die Resultate können sich sehen lassen.

 

Was war das schönste Erlebnis mit den Pferden?

Lange muss Nadine studieren, sind es doch so viele schöne Momente. Aber einmal im Winter - es hatte viel Schnee und sie ritten zu Dritt aus. Da sind sie über ein Feld galloppiert und liessen die Pferde einfach laufen. Es war toll! (Das nachträgliche Telefon vom verärgerten Bauern lassen wir mal weg.)

Michis Erlebnis ist schon etwas länger her. Das war noch zu Grossvaters Zeiten. Vierspännig durfte er ein Hochzeitspaar fahren, angespannt waren PRE und Ungarische Pferde.

 

Was ist Euer Zukunftswunsch für die Pferde?

Sich dem Pferd und seinen Bedürfnissen bewusster werden - und im Sport soll es fairer zugehen antwortete mir Nadine.

Michi wünscht sich, dass das allgemeine Pferdewissen wieder grösser wird. Man sollte sich vielleicht mal eine Stunde zu seinem Pferd auf die Weide setzen und es beobachten. Es kennen zu lernen und seine Eigenheiten erforschen. Und noch was: Schön wäre es, wenn sich generell die Einstellung zum Haflinger ändern würde, das die Leute endlich merken, was für tolle Pferde sie sind.

 

 

 

 

Und wie sieht es mit einem Zukunftswunsch für unseren Verein aus?

Nadine wünscht sich mehr Aktivitäten in der Nähe, nicht alles nur in der Region Bern. 

Michi wünscht sich viele Mitglieder, die einfach Spass am Haflinger haben!

 

Wir plauderten noch etwas über die Pferdeszene und schmunzeln, als es sich die Stallkatze auf einem der Haflingerrücken bequem machte. Auch als sie genüsslich die Krallen ins Fell steckt kommt keine Reaktion von Aquamarin. Tja, sind eben schon tolle Pferde!

 

 

Für Top-Haflinger,
Nicole Däppen