Mitgliederportraits Mitgliederportrait: Fritz Zangger

Mitgliederportrait: Fritz Zangger

Meine Fahrt führte mich Richtung Solothurn nach Messen. Ein kleines Schweizer Dorf, sehr ländlich gelegen, ca. 45 Minuten ab Aarau. Natürlich wusste ich sofort das ich am rechten Ort war, schauten mir aus dem Stall doch sofort drei Blondschöpfe entgegen. Und schon wurde die Haustüre geöffnet und unser Vereinsmitglied Fritz Zangger begrüsste mich.

«Aha, ein Mann mit Lebens- und Pferdeerfahrung» schoss es mir sofort durch den Kopf. Fritz präsentierte mir voller Stolz seine Haflinger. Da waren Leika, die 17-jährige Stute,  die schon manch gutes Fohlen hervorbrachte. Oder Lovita, welche Fritz mir als zweites zeigte. Sie ist eine «Achill»-Tochter, die im Jahr 2004 geboren wurde. Als letztes präsentierte Fritz Ladina. Eine Tochter von «Nordwest», die jetzt schon mit zweijährig ein beachtliches Stockmass von 145 cm aufweist. Noch mitten in pferdische Gespräche verwickelt, liess Fritz die drei hübschen Blondschöpfe auf die Weide. 

Bei Fritz muss man nicht lange fragen oder bohren, das Thema Pferd kommt bei ihm mit Leidenschaft über die Lippen.

 

Aber wie kam er überhaupt zum Pferd?

Ein Nachbar hatte damals Pferde und Fritz liebäugelte immer etwas über den Zaun. Auf dem vorhandenen Hof war eigentlich genügend Platz, und Land hatte er auch, also kaufte sich Fritz im Jahre 1983 seine erste Haflinger Stute. Direkt aus Ebbs bekam «Luppi» (Tochter von Alarich/Linda) eine neue Heimat in Messen. Nur so nebenher gesagt: Fritz`s Frau musste später dann noch ein Fotoalbum rauskramen, damit ich Luppi auch noch auf einem Foto betrachten konnte. Ich weiss, sie war dem Fritz`s ganzer Stolz. Fritz widmet sich mit viel Engagement der Zucht. Er selbst sagt von sich, er sei ein schlechter Reiter und zum Fahren reicht leider die Zeit nicht immer. Jedoch hat er tatkräftige Hilfe von jungen «Mädis», welche die Pferde regelmässig reiten. Auch werden alle jungen Pferde seriös ausgebildet und bestreiten den Feldtest. So hat Fritz in den langen Jahren schon vieles mit den Pferden erlebt.

 

Was war Dein schönstes Erlebinis, wollte ich wissen?

Zwei Fohlen-Geburten in der gleichen Nacht, nur drei Stunden auseinander – daran kann er sich gut erinnern. Oder das Haflingerfest von der Mittellandgenossenschaft, das bei ihm zu Hause stattfand.

 

Was wünscht Du Dir für die Zukunft mit dem Pferd?

Fritz musste nicht lange überlegen: «Sorg halten zur Zucht. Den Haflinger im eigentlichen Sinn nicht verändern. Junge Leute für den Haflinger begeistern, damit es wieder mehr Haflinger in der Schweiz gibt». Man stelle sich nur mal vor, heute gibt es im Jahr noch ca. 83 Fohlen, früher waren es 300!

 

Und was möchtest Du dem Top Haflinger Verein wünschen oder gar ändern?

Dass die Mitgliederzahl steigt, dass sich junge Leute mehr einsetzen und etwas Ausdauer an den Tag legen, wenn es um Ämtli im Verein geht. 1990 – an der 20-Jährigen GV – waren 86 Mitglieder anwesend (ja, das weiss der Fritz noch) und heute nur noch knapp 20 Nasen...

 

Noch lange plauderten wir über Pferde und schauten immer wieder hinüber zur Weide, wo sich die drei Blonden vergnügten. Fritz ist mit leuchtenden Augen dabei,  wenn es um Pferde geht. Er sucht mit Fingerspitzengefühl die rechten Hengste aus, damit seine Nachzucht sich zeigen kann. Und als er mir erzählte, wie im Sommer sich die Pferde freuen, wenn er die grosse Weide öffne, und die Pferde dann mit wehenden Mähnen rumtoben, da wusste ich: Fritz hat ein grosses Herz für unsere Haflinger.

 

 

Für Top-Haflinger,
Nicole Däppen